Gesangverein "Liederkranz"

Engelsbrand 1862 e.V.


Historisches

Mitgliedskarte Deutscher Sängerbund 1934

  • Reichsmusikkammer_1934
    Reichsmusikkammer_1934


Satzungen 1929

  • Satzung_1929_Deckblatt
    Satzung_1929_Deckblatt
  • Satzung_1929_S1
    Satzung_1929_S1
  • Satzung_1929_S2
    Satzung_1929_S2
  • Satzung_1929_S3
    Satzung_1929_S3
  • Satzung_1929_S4
    Satzung_1929_S4
  • Satzung_1929_S5
    Satzung_1929_S5
  • Satzung_1929_S6
    Satzung_1929_S6
  • Satzung_1929_S7
    Satzung_1929_S7
  • Satzung_1929_S8
    Satzung_1929_S8


GRÜNDUNGSGESCHICHTE DES ENGELSBRANDER GESANGVEREINS
von Wolfgang Kusterer

Die Gemeinde Engelsbrand wurde am 02.09.1862 durch den Beschluss König Wilhelm I von Württemberg zur selbstständigen Kirchengemeinde mit Filialgemeinde Grunbach berufen (1). Mit der Ankunft des 1. Pfarrverwesers Johann Jakob Büxensteín am 07.11.1862 (1) kam frischer Wind in die verschlafene Dorfgemeinschaft mit damals 110 Bürgern.

Als beim Weihnachtsgottesdienst der Gesang wieder mal mäßig ausfiel, setzten sich der neue Pfarrer Büxenstein, Organist und Lehramtsgehilfe Saur, Kirchengemeinderat Reichstetter und einige andere, bei einem Glas Wein zusammen und beschlossen einen Männer-Gesangverein zu gründen.

Im Januar 1863 fand die Gründungsversammlung statt. Die Satzung (Statuten) enthielt 24 Paragraphen.

§1)       Zweck des Vereins ist musikalische Unterhaltung durch Gesang zu heiteren und ernsthaften Zwecken, zu welch letzteren insbesondere die Aufführung religiöser Chöre in der Kirche gehören (2).

§2)       Der Verein hat sich an Weihnachten 1862 unter dem Namen Gesang-Verein (Sängerbund) vorläufig neu gebildet und sich heute mit Festsetzung dieser Statuten befasst (2).

48 Mitglieder unterzeichneten das Gründungsprotokoll. Es waren junge Männer im Durchschnitt von 24,2 Jahren die zum edlen Chorgesang strebten.

Die Berufsstruktur der jungen Sänger zeigt 24 Goldschmiede, 5 Bauern, 6 Holzhauer, 2 Schuster, 2 Schneider und je 1 Glaser, Eisengießer, Kübler, Musiker, Schmied, Schreiner und Weber.

Aber schon in den ersten Jahren lichteten sich die Reihen merklich. 13 Mitglieder sind ausgetreten, 6 Mitglieder sind ausgewandert nach Pforzheim, Karlsruhe und Amerika, 2 Mitglieder sind verstorben, so das 1865 nur noch 27 Sänger zur Verfügung standen.

Zum Vorstand wurde Mitinitiator Matthäus Reichstetter (1828-1907), Glasermeister, Krämer und Barbier gewählt.

Zum Schriftführer wurde Michael Funk (1839-1893), Goldarbeiter und zum Kassier Jakob Friedrich Wackenhut (1831-1885), Küblermeister gewählt.

Im Ausschuss waren der spätere Schultheiß Georg Friedrich Schöninger (1833-1887), Bauer und der spätere Gemeindepfleger Johann Michael Kalmbacher (1834-1896), Goldarbeiter.

Mitinitiator Unterlehrer Saur wurde erster Dirigent für monatlich 1 Gulden 12 Kreuzer.

Die Vereinstaufe fand am 15.02.1863 statt. Patenverein war der Liederkranz Salmbach (Vorgänger vom Sängerkranz Salmbach) (3).

Anfangs wurde in der Schule bei einem Krug Wasser und Talglicht geprobt. Jeder Sänger erhielt ein Notenbüchle, in das er die zu übenden Lieder selber einschrieb. Nachdem der letzte Sänger damit fertig war, konnte die Probe beginnen (4).

Ein Pfarrbericht vom 13.07.1863 besagt: ”In Engelsbrand hat sich vor einem halben Jahr ein Gesangverein gebildet, der bis jetzt zweimal in der Kirche gesungen hat, was in der Gemeinde Beifall fand” (5).

Leider wurde der engagierte Dirigent Saur schon am 09.11.1863 ¡n eine andere Schule versetzt (6). Die weiteren Singstunden bis Okt.1864 übernahm Musiker Matthäus Schöninger (1816-1895) für monatlich 3 Gulden. Er war ehemaliger 1. Trompeter im königlichen Hoforchester in Ludwigsburg (1846-1858) (7).

Am 30.10.1864 wurde Unterlehrer Schuhmacher von Büchenbronn für monatlich 4 Gulden verpflichtet (2). Er war bis 1867 Dirigent. Über weitere Dirigenten Ist nichts bekannt.

Schon damals gab es Verlosungen um die schmale Kasse aufzubessern, So wurde am 22.10.1865 ein Schafhammel verlost und von Nr. 125 gewonnen (3).

Mit Beginn des Deutsch-Französischen Krieges im Juli 1870 mussten auch 8 der 28 Sänger in den Kampf ziehen.

Am 18.12.1870 organisierte Vorstand Reichstetter und Schultheiß Schroth eine Weihnachtskollekte der Sängerkameraden von 19 Gulden 12 Kreuzer und 10 Gulden aus der Vereins-Caße an die im Felde stehenden Sänger: Friedrich Barth, Jakob Kraut, Matthäus Kraut, Gottlieb Müller, Jakob Schöninger, Johann Stickel, Jakob Zoll und Thomas Zoll.

Engelsbrand den 18.Dez.1870

Freunde und Kameraden, insbesondere der hiesige Sängerbund wollen der von hier unter den Waffen und im Feld stehenden Soldaten dadurch gedenken, dass sie über die bevorstehende Weihnachtszeit durch freiwillige Geldbeiträge, die denselben zugestellt werden sollten, ihnen einen Beweis zu geben suchen, dass man auch in der Heimat Anteil nimmt an der harten Lage, in der sie sich zur Zeit befinden und ihnen die Gefahren, denen sie täglich ausgesetzt sind, dadurch einerseits erträglicher zu machen sucht.

Das wohllöbliche Schultheißen-Amt wird hiervon in Kenntnis gesetzt und um die Erlaubnis gebeten.

Erlaubt mit der Bemerkung, das Mitleid genannter Soldaten wolle durch milde Gaben bewiesen werden.

Engelsbrand den 24.Dez.1870 Schultheiß Schroth (8)

Da auch einige Sänger und Goldarbeiter in die Goldstadt Pforzheim umzogen, (Friedrich Schwemmle, Friedrich Reisser und Jakob Stickel wurden Fabrikanten. Michael Funk und Matthäus Schöniger wurden Kabinettmeister) und der Verein Dirigenten los war, wurde bei der Generalversammlung 1871 beschlossen, den Verein aufzulösen.

Ein Pfarrbericht vom 11.05.1871 besagt: „der Singchor, welcher früher in Engelsbrand bestand, hat sich aufgelöst” (9).

Ein Teil der Sänger organisierte sich im neu gegründeten Veteranen-Verein, wo patriotische Lieder weiterhin gepflegt wurden (10).


Quellennachweise:

1)         Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Pfarrberichte A 29 MF 217
2)         Gemeinde-Archiv Engelsbrand, Gründungsurkunde 1863, Nr. 2533
3)         Stadt-Archiv Neuenbürg, Enztäler-Bände 1863 und 1865
4)         Privat-Archiv Kusterer, Notenbuch 1863
5)         Landeskirchliches Archiv Stuttgart, A 29 Mf 217 S.7
6)         Gemeinde-Archiv Engelsbrand, Gem.Pfleg-Rechnung 1863, Nr.2047
7)         LRA Enzkreis,Kreis-Archiv, KB Nr.633
8)         Gemeinde-Archiv Engelsbrand Nr.1176
9)         Landeskirchliches Archiv Stuttgart, A29 MF 217 5.74
10)       Privat-Archiv Kusterer,Festbuch 1930, Chronik von Otto Stahl

In den folgenden Jahren wurden immer wieder neue Versuche unternommen den Verein wieder Ins Leben zu rufen, aber unter den stets wechselnden Unterlehrern fand sich kein musikalischer Chorinteressent (10).

Dies änderte sich als am 06.11.1879 der 18 jährige Ludwig Herr von Schwann seinen Schuldienst in Engelsbrand antrat (11). Durch seine Initiative trafen sich am 01.03.1880 in der Traube 27 sangesfreudige Männer und gründeten den „Liederkranz Engelsbrand”!
Zum 1. Vorstand wurde der Goldarbeiter Friedrich Bub (1850-1922) und zum Kassier der Goldarbeiter Johann Stickel (1847-1921), welcher auch schon im ,,Sängerbund” aktiv war, gewählt.
Erster ehrenamtlicher Dirigent wurde Initiator Unterlehrer Ludwig Herr, der aber schon im März 1881 wieder versetzt wurde (12).
Gründungsmitglieder: Ludwig Herr, Friedrich Bub, Jakob Bub, Christian Burghard, Christoph Friedrich Burghard, Wilhelm Burghard, Jakob Engisch Christian Förschler, Friedrich Funk, Michael Lötterle, Johann Maisenbacher, Karl Maisenbacher Matthias Marquart, Christoph Müller, Johann Regelmann, Johann Reisser, Friedrich Schöninger, Jakob Schöninger, Jakob Schmauderer, Christoph Stickel, Johann Stickel, Gottlob Stoll, Wilhelm Stoll, Friedrich Supper, Friedrich Zoll und 3 Ehrenmitglieder (Passiv) (13).
Die ersten Singstunde fanden in der Schule bei einem Krug Wasser statt, welcher am 02.07.1881 durch einen neuen Wasserkrug für 35 Pfennige aus der Vereinskasse ersetzt wurde (14).
Von März bis Mai 1881 fungierte Lehrer Dollinger für monatlich 3 Mark und von Mai bis Nov. 1881 Lehrer Grauer für monatlich 2 Mark die Singstunden (15). Damals wurden die Lieder mit der Geige einstudiert, im Kassenbuch vom 09.10.1881 findet sich die Ausgabe für Saiten von 1 Mark (14).
Der ab 01.11.1881 in Engelsbrand tätige Lehrer Sailer übernahm nun die Chorleitung für monatl. 1 Mark 50 Pfg. (14).
Am 24.09.1882 fand durch Initiative von Lehrer Sailer die 1. Fahnenweihe unter Beteiligung von 20 Gastvereinen statt. Eine Sammlung erbrachte 438 Goldmark. 
Der Verein zählte 18 Aktive:
Friedrich Bub, Johann Stickel, Christoph Stickel, Jakob Engisch, Christian Förschler, Jakob Schöninger, Jakob Schmauderer, Gottlob Stoll, Friedrich Reichstetter, Christian Reichstetter, Johann Regelmann, Wilhelm Burghard, Karl Maisenbacher, Matthius Marquart, Gottlieb Regelmann, Jakob Erhard, Jakob Fenchel, Johann Reisser (15).
Der Enztäler berichtet am 25.09.1882:
Engelsbrand, 24.Sept. „Heute beging der hiesige Liederkranz, begünstigt von herrlichstem Wetter, die Weihe seiner musterhaften und geschmackvoll ausgeführten Vereinsfahne. Dieselbe stammt aus der rühmlichst bekannten Fabrik des Herrn Karl Neff in Biberach.
Nachdem sich die auswärtigen Vereine ¡n dem festlich geschmückten Ort (738 Einwohner) eingefunden hatten, fand um 11 Uhr die Enthüllung der Fahne statt. Die durchaus gediegene Festrede hielt der Direktor des Vereins Herr Lehrer Sailer, welcher in wirklich ergreifender und packender Weise den Zweck und das Ziel unserer Gesangvereine schilderte. Mit kräftiger Stimme und in treffenden Worten überreichte Fräulein Maisenbacher die schöne Fahne. Einen überwältigenden Eindruck machte es, als zum Schluss etwa 300 Sänger Mozart’s „Brüder reicht die Hand zum Bunde” anstimmten. Nach Beendigung des Festessens, das der feiernde Verein im Rössle einnahm, bewegte sich ein kaum übersehbarer Festzug, wie ihn Engelsbrand noch nie gesehen hat, durch den Ort zum Festplatz. 18 Gesangvereine und 4 Krieger (Militär)-Vereine hatten sich demselben angeschlossen. Die Gesangsvorträge der einzelnen Vereine auf der Tribüne fielen mitunter recht gelungen aus. Die Wirtschaft auf dem Festplatz hatte Herr Schöninger zum Rössle übernommen und er gab sich alle Mühe die Gäste zu befriedigen, die anderen 3 Wirte (Hirsch, Sonne, Traube) glänzten durch ihre Abwesenheit, was angesichts des schönen Wetters und des zahlreichen Besuchs aus Nah und Fern sehr zu bedauern war. Der Festplatz, der in gelungener Weise von den Herren Funk, Stoll und Marquardt dekoriert worden war, bot ein bewegtes Bild, überall wohin man sah war Freude und Jubel , so dass auch diesmal sich das Wort bewahrheitete: „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.”
Nur zu schnell flossen die fröhlichen Stunden dahin, nur zu bald verließen uns die lieben Gäste. In bekannter Meisterschaft sprach zum Schluss der Festordner Herr Kalmbacher (Gemeindepfleger) den Sängern seinen Dank aus, die durch ihre zahlreiche Beteiligung unsere Festfreude so wesentlich erhöht hatten. Vor allem gebührt unser Dank dem Direktor des Vereins, der in rastloser und aufopfernder Tätigkeit sich der Sache angenommen und sie zu einem so würdigen Abschluss gebracht hat (16).
Leider wurde der verdiente Dirigent Sailer am 29.10.1883 wieder versetzt und wurde würdig verabschiedet (17).
Ab Okt. 1882 gab es eine Änderung hinsichtlich des Probenlokals, so wurde nun abwechselnd im Hirsch und in der Sonne im Nebenzimmer geprobt. Damit hatten sich endlich mal die durstigen Sänger durchgesetzt. Diese Regelung bestand bis 1902.
Nachfolger als Dirigent wurde Herr Lehrer Stahl von Nov.1883 bis Juni 1887 für monatlich 1 Mark (14).
In den ersten Jahren besuchte man schon einige Sängerfeste in Schwann und Hohenwart 1881, Weissenstein, Büchenbronn und Brötzingen 1883 und machte einen Ausflug nach Zavelstein 1882 und Calmbach 1885 (14).
Am 15.03.1885 wurde eine Generalversammlung mit 27 Aktiven, 21 Passiven und 1 Ehrenmitglied (Fr. Funk) abgehalten (15). 1886 besuchte man Sängerfeste in Obernhausen, Gräfenhausen und Brötzingen (14).
Beim Sängerfest in Büchenbronn am 12.06.1887 dirigierte der neue Hauptlehrer David Weireter (1853-1935) das erste Mal den Chor erfolgreich. Die Ära „Weireter” ging bis zum Jahr 1901 und war sehr erfolgreich. Beim 1, Gaufest des Enz-Nagold-Gaues am 22.06.1890 in Liebenzell erzielte man einen V-Preis mit 25 Sängern, am 20.07.1895 einen lb-Preis in Birkenfeld mit 29 Sängern, am 27.06.1897 einen 1b-Preis in Calmbach mit 36 Sängern und am 02.07.1899 einen 1b-Preis in Gräfenhausen mit 30 Sängern. Als Patenverein nahm der Liederkranz bei den Fahnenweihen vom Sängerbund Grunbach am 11.09.1887 und vom Sängerkranz Salmbach am 16.08.1896 teil (15).
1892 gab es einen Vorstandswechsel mit Wagnermeister Gottlob Stoll (1860-1948)(18).
Am 21.04.1895 wurde der erste Gautag des Enz-Nagold-Gaues ¡n Engelsbrand im Rössle abgehalten (19). 1898 war wieder Vorstandswechsel mit Goldarbeiter Michael Lötterle (1859-1956) (15).
Am 18.11.1900 wurden die Singstunden mit einem Harmonium abgehalten (14).
Der am 18.01.1900 dienstantretende 25 jährige Lehrer Richard Arnold (20) gründete 1901 eine Musikkapelle und übernahm die Chorleitung vom Liederkranz für 5 Mark pro Singstunde mit guten Erfolgen. So holte man am 01.09.1901 beim Gausängerfest in Wildbad einen la Preis mit 28 Sängern und am 28.06.1903 ¡n Schwann einen lb Preis mit 40 Sängern.
Der Enztäler vom 06.09.1901 berichtet: „dass der Sieg in der Abt. Volksgesang dem Liederkranz zufallen werde, war zweifellos. Der Vortrag zeichnete sich durch richtige Auffassung der Komposition, feinste Nuancierung, reine Aussprache und Präzision aus!”
Leider wurde der hervorragende Musiker am 23.09.1903 nach Wittershausen versetzt (20).
Am 04.10.1903 wurde er vom Liederkranz mit einem Teppich-Geschenk für 29 Mark 15 Pfennig verabschiedet (14). Am 01.05.1904 besuchten die Sänger den Lehrer Arnold bei einem Ausflug nach Wittershausen und genossen Freibier für 18 Mark 70 Pfennig (15).
Ab 05.04.1902 war der Kettenmacher Gottlob Rittmann (1873-1917) Vorstand vom Liederkranz.
Das Vereinslokal war ab 22.02.1903 bis 1912 das Gasthaus zum Rössle (15).
Am 13.12.1903 wurde für Klavierstimmen 3 Mark bezahlt (15), das Harmonium hatte ausgedient.
Dirigent im Jahre 1904 war Lehrer Bäuerle von Langenbrand.
Am 01.01.1905 wurde Jakob Bachmeier von Pforzheim Dirigent für 6 Mark 50 Pfennig die Singstunde (14). Am 26.02.1905 wurde beschlossen das 25 jährige Jubiläum zu feiern (15).
Dies wurde in kleinem Rahmen am 28.05.1905 durch ein Festessen mit Bier für 131 Mark 50 Pf. Und Musik für 24 Mark begangen. Der verdiente Hauptlehrer David Weireter wurde dabei zum Ehrendirigenten ernannt.
Mit Jakob Bachmeier hatte der Liederkranz den größten Erfolg der Vereinsgeschichte, als man am 24.06.1906 im Saalbau in Pforzheim, beim Preissingen der Germania Pforzheim mit 38 Sängern den 1a-und Ehrenpreis und 100 Goldmark errang (15).
Am 13.02.1910 wurde Goldarbeiter Wilhelm Bott (1877-1945) zum Vorstand gewählt und im gleichen Jahr am 15.05. ein Ausflug nach Straßburg für 190 Mark 15 Pf. gemacht (14).
Am 16.07.1911 holte der Liederkranz mit Dirigent Bachmeier beim Preissingen in Brötzingen mit 28 Sängern einen 1b-Preis und 40 Goldmark, überreicht durch den Preisrichter Chormeister Sonnet.
Dies ist um so höher zu bewerten da im Jahr 1910 durch Unstimmigkeiten 18 Sänger austraten und den Sängerklub Engelsbrand gründeten (15). Allerdings widmete sich dieser Verein nur der Geselligkeit, wie Kartenspielen, Bechern und Stammtischsingen.
Am 10.08.1912 löste sich dieser Verein wieder auf und das vorhandene Inventar: 1 Kästchen, 1 Vereinsbuch, Liederbücher und die Kasse mit 44 Mark 14 Pf. wurden dem Liederkranz übergeben (15).
Am 17.08.1912 wurde Otto Stickel (1877-1931) zum Vorstand gewählt, er versah dieses Amt,  unterstützt durch Jakob Klotz, bis 1918.
Ab Dez.1912 war Herr Rein neuer Dirigent für 10 Mark die Singstunde und ab 08.02.1912 wurde das neue Gasthaus zum Hirsch zum Vereinslokal gewählt (15).
Am 28.07.1914 brach der 1. Weltkrieg aus und 64 Mitglieder mussten ¡n den Krieg ziehen(15). 17 Sänger, darunter der verdiente Vorstand Gottlob Rittmann und Schriftführer Karl Funk sind gefallen.
Ein Schreiben von Vorstand Stickel aus dem Jahr 1916 hat folgenden Wortlaut:
Die Sänger vom Gesangverein Liederkranz werden gebeten, zu einer Singstunde, heute Abend 8 Uhr im Lokal zum Hirsch zu erscheinen. Betreffs Trauergesang für die im Feld der Ehre gefallenen Krieger.
Dabei ist eine Liste der Sänger, die erstmals die Stimmaufteilung nachweist:
1. Tenor: Johann Reisser, Ernst Reichstetter, Christoph Schöninger, Eugen Müller.
2. Tenor:  Gottlob Rittmann, Fritz Reichstetter, Ernst Weinmann, Ernst Kusterer, Gottlob Stoll.
1. Bass: Otto Stickel, Wilhelm Engisch, Ernst Kusterer, Karl Klotz, Karl Bäuerle, Albert Bub.
2. Bass: Jakob Klotz, Hermann Kusterer, Ernst Kunzmann, Wilhelm Erhardt, Wilhelm Stickel.
Dirigent war Herr Leqlerg von Pforzheim(15).
Da noch die Hälfte der Sänger 1917-1918 eingezogen wurden, kam die Chorarbeit ganz zum Erliegen.

Die Namen der gefallenen Vereinsmitglieder, darunter 14 Aktive, sind:

Otto Fenchel, Karl Funk, Hermann Förschler, Karl Klotz, Gottlob Kaimbacher, Rudolf Maisenbacher, Karl Müller, Gottlob Rittmann, Ernst Regelmann, Wilhelm Regelmann, Hermann Schaible, Adolf Supper, Rudolf Supper, Gottlob Stoll, Ernst Zoll, Ludwig Ziegerer und Karl Ziegerer.



J) Die Verwaltung vom Liederkranz Engelsbrand am 12.03.1893

Vorstand: Gottlob Stoll

Kassier: Michael Lötterle

Schriftführer: Friedrich Kloz

Ausschuss: Ernst Reichstetter und Christian Schöninger 

Q) Die Verwaltung 1907: Stehend von links: Ernst Reichstetter, Ehrendirigent David Weireter, Gaudelegierter Georg Fricker, Vorstand Gottlob Rittmann, Dirigent Jakob Bachmeier, Kassier Hermann Kusterer, Hirschwirt Ludwig Hummel.

Sitzend von links: Christoph Schöninger, Schriftführer Friedrich Reichstetter, Jakob Klotz. 

Stempel des Sängerklubs 1910-1912

Quellennachweise:

1)         Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Pfarrberichte A 29 MF 217

2)         Gemeinde-Archiv Engelsbrand, Gründungsurkunde 1863, Nr. 2533

3)         Stadt-Archiv Neuenbürg, Enztäler-Bände 1863 und 1865

4)         Privat-Archiv Kusterer, Notenbuch 1863

5)         Landeskirchliches Archiv Stuttgart, A 29 Mf 217 S.7

6)         Gemeinde-Archiv Engelsbrand, Gem.Pfleg-Rechnung 1863, Nr.2047

7)         LRA Enzkreis,Kreis-Archiv, KB Nr.633

8)         Gemeinde-Archiv Engelsbrand Nr.1176

9)         Landeskirchliches Archiv Stuttgart, A29 MF 217 5.74

10)       Privat-Archiv Kusterer,Festbuch 1930, Chronik von Otto Stahl

11)       Gemeindearchiv Engelsbrand, Gem.-Pflegebuch 1879 Nr. 2079

12)       Gemeindearchiv Engelsbrand, Gem.-Pflegebuch 1881 Nr. 2082

13)       Gemeindearchiv Engelsbrand, Mitgliederbuch Liederkr. Nr. 2529

14)       Gemeindearchiv Engelsbrand, Kassenbuch Liederkranz 1880 Nr. 2527

15)       Gemeindearchiv Engelsbrand, Hauptbuch Liederkranz 1880 Nr. 2528

16)       Kreisarchiv Enzkreis, Pf. Enztäler 1882

17)       Waldhufenmuseum Salmbach, Enztäler 1883

18)       Waldhufenmuseum Salmbach, Enztäler 1892

19)       Waldhufenmuseum Salmbach, Enztäler 1895                                                20)       Gemeindearchiv Engelsbrand, An-und Abmeldungen ab 1887 Nr. 536 

Jubiläum in Weissenstein mit Dirigent Rein Mai 1914

Bildnachweise:

A)        Archiv Engelsbrand Nr. 2533

B)        Archiv Kusterer, Urgroßvater M. Reichstätter

C)        Stadt-Archiv Neuenbürg, Enztäler 1863

D)        Archiv Kusterer, Notenbuch: Einband und 1. Liedseite

E)         Stadt-Archiv Neuenbürg, Enztäler 1865

F)         Gemeinde-Archiv Engelsbrand, Nr.1176

G)        Kreisarchiv Enzkreis, Enztäler 1882

H)        Waldhufenmuseum, Enztäler 1883

I)          Waldhufenmuseum, Enztäler 1892

J)         Gem. Archiv Engelsbrand, Hauptbuch 1893 Nr.2528

K)         Archiv Kusterer, Vereinsbíld 1893

L)         Waldhufenmuseum, Enztäler 1895

M)        Waldhufenmuseum, Enztäler 1902

N)         Waldhufenmuseum, Enztäler 1903

O)        Privatarchiv Kusterer, Preismedaille 1906

P)         Privatarchiv Kusterer, Verwaltung 1907

Q)        Privatarchiv Kusterer, Verwaltung 1907

R)         Gem.-Archiv Engelsbrand, Kassenbuch Liederkranz 1912 Nr. 2530
S)         Privatarchiv Kusterer, Vereinsbild 1914

Freitag, 18. Mai 2018, 11:11